Konrad Federlin : Traueranzeige

Veröffentlicht am 14.Februar 2018

Wir trauern um unseren akademischen und klinischen Lehrer, Klinikchef und Vorbild

Prof. em. Dr. med. Drs. h.c.

Konrad Federlin

Ehem. Ärztlicher Direktor der Med. Klinik III und Poliklinik
Justus-Liebig-Universität Gießen
* 15. August 1928

† 31. Januar 2018

Professor Konrad Federlin, geboren in Frankfurt a. M., wurde 1976 von der Universität Ulm aus
an die Justus-Liebig-Universität Gießen auf den neu errichteten Lehrstuhl für Innere Medizin,
Endokrinologie und Diabetologie berufen. Damit verbunden war das Ärztliche Direktorat
der Medizinischen Klinik III und Poliklinik. Er leitete die Klinik über zwei Dekaden bis zu seiner
Emeritierung im Jahre 1996.
In dieser Zeit entwickelte sich die Klinik zu einer bedeutenden klinischen Forschungsstätte
in Deutschland. Internationale Anerkennung erlangte die Klinik als der Arbeitsgruppe Federlin,
Bretzel und Hering 1992 erstmals in Europa die erfolgreiche Inselzell-Transplantation bei
einer Patientin zur “Heilung“ ihres Typ 1-Diabetes gelang und hier das Internationale InselzellTransplantationsregister mit zentraler Erfassung und Auswertung aller weltweit durchgeführten
Eingriffeetabliertwurde.​DemCharaktereinerMedizinischenUnive​rsitäts-​Poliklinikentsprechend,
erfuhren wir unter der Klinikleitung von Prof. Federlin eine breite, fundierte und systematische
ärztliche Ausbildung in der Inneren Medizin und mehreren ihrer Teilgebiete. Mit der ihm eigenen
Disziplin und Pflichtauffassung bereitete er seine Vorlesungen gründlich vor und war uns auch
als akademischer Lehrer ein Vorbild. Sein Umgang mit Patienten in der Sprechstunde und bei
Visiten war geprägt von großer Empathie. Sein Sinn für Gerechtigkeit, seine Verlässlichkeit und
Freundlichkeit waren die Grundlage des Vertrauens aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu
ihrem “Chef“.
Humanistisch gebildet, war Prof. Federlin über die Medizin hinaus an Literatur und Geschichte
interessiert, seine Liebe galt der klassischen Musik, spielte er doch selbst Geige und Bratsche,
am liebsten im Quartett mit drei seiner befreundeten Emeriti (“C4-Quartett“).
Wir werden uns seiner stets in Dankbarkeit erinnern. Unsere Anteilnahme gilt seiner von ihm
innig geliebten Familie.

Reinhard G. Bretzel, Helmut Schatz, Heiner Laube,
Bernhard Hering und Mathias Brendel,
im Namen aller ehemaligen mehr als einhundert ärztlichen
und nicht-ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

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